SF-V "Petri Heil" von 1948 e.V. Mümlingtal
So sehen die Mümlingufer im Winter bei uns aus, diesesmal hinter der Fa. Mühlhäuser in Michelstadt
Wo waren die Vogelschützer als wir seit über 30 Jahren den Äschenbestand wieder in unserer Mümling mit viel Mühe und hohen Kosten aufgebaut haben? Jährlich wurden Jungfische in Schongebieten eingesetzt. Wir hatten Erfolg und nachweislich einen schönen Bestand. Aber das war´s nun. Der Fischbestand war im Frühjahr volkommen ruiniert. Fotos Helmut Horlebein


Kormoranplage an der Mümling!!! (Vogel des Jahres 2009)



Der SF-V informiert:

An unserer Mümlingstrecke oberhalb der B-45 Brücke, Bad König-Zell wurden im letzten Jahr 22 Kormorane gezählt, dieses Jahr waren es schon 34 Kormorane, eine beänstigende Steigerung. Ein Kormoran nimmt pro Tag ca. 400 g Fisch zu sich. Dabei bevorzugt er eine Fischlänge von 13-43 cm. Viele Fische werden nicht gefressen, sondern im Jagdtrieb nur angestochen und verludern dann elendig.

Im Winter, wenn Seen und Teiche zugefroren sind, sind die kleinen Fließgewässer, wie die Mümling, für die Kormorane das bevorzugte Jagdgebiet. Dies hat verheerende Auswirkungen für unseren Mümlingfischbestand. Unser Verein hat in jahrzehtelanger Arbeit z.b. durch das Anlegen von Laichgebieten und den Besatz von Brutfischen mit hohem finanziellem Aufwand, die ÄSCHE in unserer Region wieder heimisch gemacht. All diese Bemühungen werden nun durch den hohen Kormoranbestand aufs höchste gefährdet.


Die Äsche ist fast völlig verschwunden! *1)

Seit 2004 ist der Restrheim als „fischökologisch bedeutsames Gewässer“ eingestuft. Der Restrhein ist ein etwa 50 Kilometer langer Flußabschnitt zwischen dem Stauwehr in Märkt und dem Kuturwehr in Breisach in Baden-Württemberg und der letzte Abschnitt, wo der Rhein in einem zusammenhängendern Stück frei fließt und naturnah seinen Lauf nimmt.

Das nahezu „vollständige Verschwinden der Äsche im Jahr 2003“, wie es in einem Gutachten heißt, war schließlich Anlaß und Auslöser für eine umfassende Fischdatierung und Kartographierung der Fischbestände am Restrhein im Auftrag des Landesfischereiverbandes Baden und des Regierungspräsidiums in Freiburg.

Beteiligt an dem Projekt waren deutsche und französische Anrainer, die mit mehreren gemeinsamen Elektro- und Netzbefischungen auf dem 50 Kilometer langen Flußabschnitt zusätzliche empirische Belege für eine grundlegende Habitatkartierung zu den bereits bestehenden Fischdaten lieferten.

Verheerende Erkenntnis!

Das Ergebnis ist dramatisch! Mittelgroße Fische (18 bis 46 cm), wie Äschen und Forellen, konnten nur noch in Einzelexemplaren nachgewiesen werden! „Entsprechende Größenklassen der Arten Nase, Barbe und Döbel fehlen nahezu komplett“, heißt es im Gutachten des Fischereibiologen Klaus Basel aus Sölden. Und weiter: „Der Fischbestandsaufbau in den für Komorane frei zugänglichen Gewässerabschnitten ist im Restrhein tiefgreifend gestöhrt. Die für die Reproduktion notwendigen Elterntiere sind stark zurückgegangen oder fehlen bei einigen Arten vollständig.“

Fast alles, was „Schlundgröße Kormoran“ besitzt, also 13 bis 43 Zentimeter, ist bis auf Einzelexemplare verschwunden!

Die Kontrollbefischungen machten deutlich, dass Fische, die von der Größe ins Beutespektrum passen, im frei zugänglichen Hauptstrom verschwunden sind! Und: Betroffen sind alle im Rhein heimischen Arten!

*1) Auszüge aus FliegenFischen Internationales Magazin für Flugangler, Ausgabe Nr. 2/06
http://www.fliegenfischen.de

Auch in Österreich an der Gail wurden 95% des Fischbestandes durch Kormorane verzehrt.


Eine naturverträgliche Lösung kann nur durch Brutverhinderung und Bejagung des Kormorans erfolgen. Man sollte auch bedenken, dass der Kormoran keine heimische Vogelart, sondern ein Nahrungsgast ist.