SF-V "Petri Heil" von 1948 e.V. Mümlingtal
Foto J-T. Ulm
Gr├╝ndungsurkunde
Erbach/Odw., den 20.2.1948

Die Geschichte unseres Vereins

Inzwischen können wir auf eine 63-jährige Vereinsgeschichte zurückblicken. In dieser Zeit ist eine Menge passiert und wir haben viele Dinge erreicht, auf die wir sehr stolz sind.

Hier finden Sie unsere Geschichte, wie alles anfing bis zur Gegenwart.

Vereinsgründung

Die Mümling war schon im Jahre 1948 ein traumhaftes Fischwasser im Odenwald. Dies wußten die Väter unseres Vereins, denn sonst gäbe es diesen Verein nicht.

Das erste Schriftstück, welches noch heute existiert, trägt das Datum 20. 02.1948. Es handelt sich um eine Fischereierlaubnis vom Landrat des damaligen Landkreises Erbach/Odw., Kreisjugendausschuß, mit Zustimmung des amerikanischen Sicherheitsoffiziers und der laufenden Nr. 68. Es wurde unterzeichnet mit Volksstaat-Hessen-Kreisamt Erbach gez. Metaltyr. Hier wurde der Angel- und Fischereizunft für den Kreis Erbach/Michelstadt die Genehmigung zum Fischen erteilt.

Der erste Fischerei-Pachtvertrag wurde im April 1948 wischen dem Gräflichen Forstamt Beerfelden (Grafschaft Erbach-Fürstenau) und dem Vorstand der Fischereizunft Erbach/Michelstadt abgeschlossen. Auf der Seite der Fischereizunft haben die Mitglieder Gramlich , Lenz sowie Rohmann mit J. A. unterzeichnet. Wie viel Angelfreunde damals dabei waren, läßt ich aus unseren Unterlagen nicht ersehen.

In einem Schreiben vom 02. 01. 49 wurde von den damaligen Mitgliedern in einer Versammlung beschlossen, daß infolge der Währungsreform und aufgrund der schlechten Geldeingänge eine Pachtminderung eintreten sollte. Dies hat das Forstamt Beerfelden in einem Schreiben vom 12. Januar 1949 abgelehnt. Die "zu hohe Pacht" wurde mit einem Fischsterben begründet, welches von der Fa. Ludwig Arzt Tuchfabrik und der Firma Creutz Gelatine verursacht wurde. Auch hatte damals ein Teil der amerikanischen Besatzer gefischt ohne hierfür zu zahlen. Es wurde seitens des Vereins eine Pacht von 200,00 DM vorgeschlagen, andernfalls wollte man auf das Fischwasser verzichten. Gott sei Dank wurde hier mit dem Grafenhaus eine Einigung erzielt. Mit Schreiben des Hessischen Ministers für Landwirtschaft und Forsten vom 29. Januar 1953 wurde auf die gute Zusammenarbeit mit den amerikanischen Behörden hingewiesen. Für die Fischereigewässer wurden von dieser Behörde größere Mittel zur Verfügung gestellt. Es wurde uns empfohlen, den amerikanischen Angehörigen die Fischerei unter gleichen Voraussetzungen wie unseren Mitgliedern zu ermöglichen. Diesem Anliegen wurde stattgegeben.

Der Eintritt in den Hessischen Fischerei-Verband, Union der Berufsfischer und Sportfischer e.V., erfolgte 1951.

Eintragung in das Vereinsregister
Am 19. 04. 1962 wurde der Verein zur Eintragung in das Vereinsregister angemeldet durch

Friedel Schneider, Erbach, 1. Vorsitzender
Albert Bender, Erbach, 2. Vorsitzender
Leonhard Sammet, Erbach, Kassenwart
Wilhelm Heim, Erbach, Schriftwart

Die Eintragung erfolgte am 28. Juni 1962 unter der Nummer 93.

Zweck und Aufgaben des Vereins sind:

  1. Die Förderung des Volksports
  2. Die Ausübung und Vertiefung der Sporfischerei
  3. Die Hege und Pflege des Fischbestandes in den heimatlichen Gewässern
  4. Die Werbung für die Sportfischerei
  5. Die Pflege der Sportkameradschaft
  6. Die Pflege der Jugendsportfischerei
  7. Die Reinhaltung der Gewässer

Die schon im Jahre 1960 anerkannte Gemeinnützigkeit des Vereins konnte bis heute und wird sicherlich auch noch in Zukunft beibehalten werden.

Die Geschicke des Vereins führten

Peter Georg Lenz 1948 / 49
Rudolf Swatzscheck 1949 / 50
Friedel Schneider 1950 - 1973
Hans Emig 1973 / 74
Wolfgang Zipperer 1974 / 75
Rudi Wilfert 1975 - 1986
Hans Dieter Huth 1986 - 1990
Horst Kares ab 1990

Alle diese Vorsitzenden leiteten den den Verein zum Wohle unserer Fischerei, welches zukünftig auch noch so sein wird.

Gründungsmitglider 1948:

Bender, Bräunig, Eckerlin, Heim, Orth, Reubold, Sammet, Schneider und Wolf.


Lebensraum Wasser

(Allgemeine und spezielle Betrachtungen aus der Sicht eines Gewässerwartes anläßlich des 50-jährigen Bestehens des S.V. „Petri Heil von 1948“ e. V.)

„ Fische sind Geschöpfe des Wassers. Es nimmt ihnen die den Landtieren eigentümliche Schwere. Mühelos durchdringen sie ihr Element. Lautlos sind ihre Bewegungen. Den Blicken der Menschen entzogen, erfüllt sich

ihr Leben. Es ist untrennbar mit dem Wasser verbunden, dessen Temperatur sie annehmen und dessen Sauerstoff sie atmen.“*

Gerade, weil sie sich meist unseren Blicken entziehen, aber auch, weil sie mit uns weder durch Laut noch durch Mimik kommunizieren können, finden diese Geschöpfe bei der Mehrheit der Menschheit nicht die notwendige Akzeptanz. Ihr Lebensraum wurde in der Vergangenheit aus Gründen der Melioration oder besseren Infrastruktur einschneidend verändert oder sogar vernichtet; dafür stand der Begriff  Kulturbau.

Diese Veränderungen, aber auch die Inanspruchnahme von Überflutungsflächen für Besiedelungen, die vermehrte Versiegelung der Landschaft und anderes mehr führte zu weiteren Eingriffen in den Lebensraum der Gewässer. Dazu zählen Begradigungen  der Gewässerläufe und damit die Beseitigungen ihrer starken Strukturierungen; daraus resultierte eine Abnahme der Artenvielfalt der aquatischen Flora und Fauna.

Die gewaltigsten Maßnahmen waren die Rheindurchstiche ab 1817 unterhalb der Elsässischen Grenze durch den Ingenieur-Offizier Tulla, gewiss eine große ingenieurtechnische Leistung, aber nach heutigen Erkenntnissen mit fatalen Folgen für die Umwelt.

Hinzu kam mit zunehmender Industrialisierung die Nutzung der Gewässer durch Entnahme von Kühl- und Zu- führung von Warmwasser, durch Bau von Wasserkraftwerken und durch Einleitung von Abwässern.

Die ländlichen Bereiche wie der Odenwald blieben hiervon keineswegs verschont. An der Mümling z.B. wurden Kartonage-Fabriken und Tuchwebereien errichtet, Wehranlagen für Bewässerungen, zur Wasserentnahme, zur Stromgewinnung und zum Betreiben von Kraftanlagen in den Bachlauf eingebaut.

Klassische Retentionsräume wurden als Baugebiete erschlossen; so geschehen in den heutigen Mischgebieten der Städte Erbach und Michelstadt, im allgemeinen Wohngebiet unmittelbar westlich der Mümling in Mümling-Grumbach und westlich von Sandbach durch die Veith- bzw. heutigen Pirelli-Werke. 

Die Besiedelung unseres ländlichen Raumes beinhaltete konsequenterweise die Bereitstellung von Baugebieten.

Immer weniger konnten und können Niederschläge im Erdreich versickern. Sie wurden deshalb konzentriert den Bächen zugeführt, womit Hochwasser neue Dimensionen erreichten. Diese bedrohten in den ehemaligen Überflutungsbereichen nunmehr Gebäude und Menschen. Man begradigte und verlegte auch daraufhin auf lange Strecken die Mümling und verbreiterte außerdem ihr Querprofil.

Das schnellere Ableiten großer Wassermassen entsprang einer unüberlegten, sehr egoistischen, aber damals üblichen Denkweise, denn es verlagerte die Probleme nur flussabwärts.

Nach Erkennen dieser Problematik wurde zur Entlastung und zur Beseitigung von Hochwasserspitzen anfangs der 80-er Jahre im unteren Marbachtal ein Hochwasserrückhaltebecken gebaut. Das stellt zwar eine Bereicher- ung für diese an Wasserflächen arme Region dar, führte aber auch zu Veränderungen in den unterliegenden Gewässern. Ich komme hierauf  nochmals zurück.

Ein begradigter Gewässerlauf  hat aufgrund seiner Strukturarmut eine Verringerung der Artenvielfalt bei den

Fischen und den Benthos-Organismen  zur Folge und führt zudem zum Absinken des Grundwasserspiegels. Verbauungen wie Wehre lassen ohne Fischtreppen keine Fischwanderungen, zumindest flussaufwärts, zu. Damit sind Laichgebiete nicht mehr erreichbar und ist eine natürliche Reproduktion verhindert.

Im Übrigen wirken sie sich gravierend auf die Selbstreinigungskraft des Gewässers aus.

Werden in solchen Gewässerabschnitten toxische Verbindungen eingeleitet, sind deren Auswirkungen besonders stark. Die Giftwelle breitet sich langsam und gleichmäßig aus, die Fluchtwege der Fische sind abgeschnitten und eine natürliche Wiederbesiedlung  ist nicht möglich. Ohne stützende Eingriffe oder Maßnahmen durch den Fischereiberechtigten wären allenfalls nur noch lokale Populationen zu verzeichnen.

Nicht unerwähnt bleiben soll auch die Tatsache, dass durch die Betreiber von Wasserkraftanlagen sehr oft der Mutterbach nicht die vorgeschriebene Mindestabflussmenge erhält.

All diesen Entwicklungen standen wir Petrijünger meist hilflos gegenüber: wir mussten die Beseitigung der natürlichen Gewässerläufe hinnehmen, wurden mit Fischsterben konfrontiert ohne deren Verursacher habhaft

zu werden und sind bis heute die Beseitiger des Mülls, den unsere Zeitgenossen immer noch in und an unseren Gewässern entsorgen. Und für die Pacht, Hege und Pflege zahlen wir auch noch!

Wer unter den älteren Anglern hat nicht noch die vielfältigen Einfärbungen der Mümling, ausgehend von den

Woll- und Tuchfabriken vor Augen.

*  D. Riedel, Fisch und Fischerei, Eugen  Ulmer, Stuttgart

Zu diesen augenscheinlichen, negativen Entwicklungen kamen in unserer Gegend, insbesondere erst nach dem zweiten Weltkrieg infolge der Flüchtlingsströme, die Auswirkungen durch die rasch zunehmende Besiedelung und daraus resultierend der Ausbau vorhandener und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Der Neubeginn ließ die Natur stark in den Hintergrund treten. Es war einfach so, dass sich die Bevölkerung mehrheitlich darum keine Gedanken machte. An den Gewässern war die Zunft der Angler zunächst die einzige Gruppierung, die sich dort mit immer größeren Problemen konfrontiert sah. Sie prangerte das Verschwinden verschiedener Fischarten infolge des Eintragens ungeklärter Abwässer an und forderte den Bau von Kläranlagen, versuchte überhaupt Fische in der Mümling noch zu halten, indem weniger empfindlich reagierende wie z. B. Regenbogenforellen eingesetzt wurden. In der Chronik ist vermerkt, dass sogar Karpfen als Besatzfische auserwählt wurden, welche überhaupt nicht in diese Gewässerregion gehören.

Die Bachforelle existierte nur noch in ortsfernen Abschnitten der Mümling, Kleinfische wie Elritze und Mühlkoppe gab es nur noch in einigen, wenigen unbelasteten Nebenbächen, und in dem Übergangsbereich von der Forellen- zu der Äschenregion sowie in dieser selbst starb der Leitfisch Äsche aus. Ebenso verschwanden Bachneunauge, Steinkrebs und verschiedene Muschelarten.

Nun gab es damals nicht sehr viele Mitmenschen, die dem Angelsport frönten, sich auch noch zugleich mit dem Element Wasser in chemischer, physikalischer und biologischer Betrachtungsweise hobbymäßig auseinander- setzen und ihrem Angelverein beratend zur Seite stehen. Der Verband Hessischer Sportfischer griff Anfang der 70-er Jahre die Idee auf, interessierte Mitglieder seiner Mitgliedsvereine auszubilden. Das geschah in Zu-sammenarbeit mit der Universität Frankfurt, mit dem Forschungsinstitut Senckenberg und später auch mit der Landesfischereischule Kassel. Der Verfasser selbst nahm von seinem damaligen Wohnort bei Frankfurt aus an diesen Wochenend - Lehrgängen teil. Nach berufsbedingtem Umzug in den Odenwald trat er diesem Sport-fischerverein bei, der anläßlich der Jahreshauptversammlung im Jahre 1978 erstmals einen Gewässerwart in seiner Person bestellte, der alsdann begann die chemisch-physikalischen Parameter der Gewässer des Vereins zu ermitteln. So konnte darauf aufbauend gezielt der Fischbesatz erfolgen.

Verschiedene Orte des mittleren Mümlingtals hatten sich vor 1963 zu einem Abwasserverband zusammengeschlossen und seit 1963 wurde in Asselbrunn in mehreren  Bauabschnitten eine Kläranlage gebaut, die zu einem Herunterfahren der Abwässerbelastung der Mümling führte. Diese arbeitete jedoch nicht immer zufrieden- stellend; so wurden durch den Gewässerwart an der Einleitungstelle im Jahre 1979 hohe Ammonium-/Ammoniak-Werte in Kombination mit einer hohen Wasserstoffionenkonzentration (alkalischer pH-Wert) ermittelt.

Zur Information: diese Zwischenprodukte des Eiweißabbaus im Wasser liegen bei pH 6 zu 100% als Ammonium vor, das aber weit weniger giftig als Ammoniak ist. Ein Anstieg des pH-Wertes veschiebt das Gleichgewicht von Ammonium und Ammoniak zugunsten des sehr giftigen Ammoniaks, was sich für die Fische tödlich ausgewirkt.

Hieraufhin wurde das Landesamt für Umwelt eingeschaltet.
Die Belastung der Mümling und seiner Nebenbäche durch häusliche und industrielle Abwässer hat durch den

Bau weiterer Kläranlagen in Beerfelden und Mossautal sowie der Erweiterung und Modernisierung derjenigen in Asselbrunn erheblich abgenommen, und somit ist die Wassergüteklasse II nahezu durchgängig gegeben.

Das seit 1983 bestehende Hochwasser-Rückhaltebecken hat für den Unterlauf des Marbaches und der Mümling    

bis in die Gemarkung Steinbach limnologische Veränderungen gebracht:

- Wasserverlust durch Verdunstung zwischen 500 und 600 mm pro Jahr, wobei im niederschlagärmsten Monat    des Jahres 0,77 l/sec pro ha anfallen,
- Wassererwärmung mit der Folge niedrigeren Sauerstoffgehaltes,
- verringerte Strömungsgeschwindigkeit,
- Verdrängung des Wassersterns durch den tlw. starke Teppiche bildenden flutenden Wasserhahnenfuß,
- Eutrophierung des Seekörpers,  Folge: Eintragung organischen Materials in den Marbachunterlauf. Damit
- erfolgt eine Besiedelung der dortigen Interstitialräume mit einer entsprechenden Abbau biozönose, und
- sind dessen Kiesbereiche nicht mehr als Laichbetten geeignet.

Die Reproduktion des gesamten Fischbestandes in der Mümling war überdies durch das Ablassen des Beckens im Frühherbst 1995 stark eingeschränkt. In der Schlussphase wurden tagelang gewaltige Schlammmassen in die Mümling gespült, was zumindest für die Kieslaicher in den Laichzeiten 95/96 und 96/97 kein Brutaufkommen ermöglichte.

Außer mit einem solchen, zeitlich begrenzten Ereignis, welches voraussichtlich erst wieder in 20 Jahren der Natur abverlangt wird, werden wir Angler öfters mit ungewollten oder auch gewollten Einleitungen landwirtschaftlicher Abwässer konfrontiert, die für eine Gewässerbiozönose katastrophal sind. Eine Darlegung der chemischen Vorgänge und Abläufe an dieser Stelle würde den Rahmen sprengen. Es ist eine bedauerliche Tatsache, dass außer den Groß- und Kleinfische auch Bachneunaugen, Krebse und nahezu alle Organismen auf langen Gewässerabschnitten absterben und damit auch dort die Nahrungskette langfristig gestört ist.

Eine künstliche Wiederbesiedelung ist daher u. U. für längere Zeit zwecklos; überdies gibt es einige den Ge- wässertyp begleitenden Kleinfischarten, die, ebenso wie das Bachneunauge, nicht aus Nachzüchtungen erhältlich sind.

Eine weitere, jedoch nachhaltige und letzlich irreparable, bedrohliche Situation für unsere Bäche, vor allem der Oberläufe, wird durch den sog. sauren Regens erzeugt. Die deutliche Abnahme des pH-Wertes der ohnehin leicht saueren Niederschläge vollzieht sich infolge der Verbrennung fossiler Brennstoffe (à SO ² ).

Eine weitere Säureeintragung in unsere Gewässer, auch schon in den Quellbereichen, erfolgt durch die Huminsäuren aus den Koniferen-Monokulturen unserer Wälder.

Diese Säuren können z.B. in unserem Buntsandstein - Odenwald aufgrund fehlenden Kalkgesteins nicht abge puffert werden und gelangen ungehindert in die Bachoberläufe, die eigentlich die Kinderstuben der Bachforelle und der Lebensraum der Mühlkoppe und Elritze bilden. Nicht wenige Kleingewässer unseres Odenwaldes sind aufgrund dessen schon ohne Leben. Überdies werden durch Säuren geogen bedingte Metalle aus dem Gestein ausgelöst, die je nach Art toxische Wirkung haben können.

Weiterdenkende Angler haben stets, nicht nur aus eigennütziger Denkweise heraus, versucht, die Kreatur und ihren Lebensraum zu erhalten. Dies geschah nicht nur durch eigene Maßnahmen, sondern auch durch Appelle und Forderungen an die politisch Verantwortlichen. Bei einer Mehrzahl dieser ist in den letzten Jahren die Ein- sicht gekommen, daß es mit dem Raubbau in und an unserer Umwelt nicht so weitergehen kann, und daß wir alle eine Verantwortung gegenüber unseren Kindern und zukünftigen Generationen haben. Allerdings können manche, sich global auswirkenden umweltschädliche Ereignisse nur durch einen Umdenkprozess in den Köpfen aller Menschen und vor allem derer Politiker erreicht werden. So haben viele Maßnahmen z. Z. leider nur Vorbildcharakter.

Dieser Verein kann heute stolz sein. Von ihm ging es im Wesentlichen aus, nach vorbereitender und beratender Arbeit des nunmehr seit 20 Jahren tätigen Gewässerwartes,  daß die Mümling wieder Lebensraum vieler, zeitweilig verschwundener Fischarten ist. So ist durch z. B. seit mehr als 15 Jahren die Äsche wieder im gepachteten  Teil des Vereins heimisch und auf  dessen Maßnahmen und Anregungen an andere Vereine oder Interessengruppen hin nunmehr wieder bis zur Einmündung in den Main anzutreffen.

Es soll der Vollständigkeit halber auch nicht unerwähnt bleiben, daß das Geburtstagskind im Jahre 1985 die Bachpatenschaft für sein Gewässer übernommen hat und diese als Druckmittel gegen die im Dezember 1991 vom Kreistag beschlossene Wiedereinführung der Fischereisteuer eingesetzt hat, letztlich mit Erfolg. Im Übrigen sollte auf Vorschlag des Altbürgermeisters der Stadt Michelstadt im Jahre 1988 unsere Arbeit durch die Ver-leihung des Umweltschutzpreises des Odenwaldkreises gewürdigt werden. Dies wurde unsererseits dankend abgelehnt, da wir diese als einen selbstverständlichen Beitrag zur Erhaltung unseres schönen Odenwaldes betrachten.

Nachdem nun der Lebensraum Wasser in den letzten Jahren den darin Lebenden deutlich spürbare Ver- besserungen brachte, sind einige von ihnen, darunter Fische der sog. roten Liste,  erneut bedroht. Unsere Arbeit droht durch die völlige Unterschutzstellung der Fischreiher und insbesondere der Kormorane zu einer Farce zu werden. Unsere Forderungen, deren  Bestände auf ein für alle Lebewesen erträgliches Maß zurückzuführen, verhallen ungehört. Wieder einmal, wie auch bei den meisten Schadensfällen, sind wir in der Beweis-lage. Womit wir wieder am Anfang sind: Fische und Angler haben keine Lobby!

Dennoch, halten wir es mit einem Ausspruch Martin Luthers: „ Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, so würde ich dennoch heute noch mein Apfelbäumchen pflanzen.“